AUFLEBEN

Asexualität und Depression – zwei Themen, denen vom Mainstream häufig ein direkter Zusammenhang unterstellt wird. „Wer kein Verlangen nach Sex empfindet, kann nur depressiv oder sonst irgendwie psychisch oder körperlich krank sein.“ so immer wieder der Wortlaut.

Um diesem Klischee nachzugehen, habe ich die Seite AUFLEBEN gestartet, zumal ich selbst sowohl asexuell bin als auch an einer Depression/Suizidgedanken leide und tatsächlich eins eine Folge des anderen ist. Allerdings bin ich nicht asexuell, weil ich eine Depression habe. Die sexuelle Identität ist Teil der Persönlichkeit und hat keine Ursache – auch die Asexualität. Ich habe eine Depression und Suizidgedanken, (u. A.) weil ich asexuell bin.

AUFLEBEN gründete sich aus dem Gedanken und der Notwendigkeit heraus, die Themen „Asexualität“ sowie „Depression“ und „Suizid“ in erster Linie, aber nicht nur, innerhalb der Queer Community von ihrem Tabu zu befreien und darüber aufzuklären. Alle drei Themen werden leider noch immer kaum besprochen. Über a*sexuelle Identitäten gibt es keine Aufklärung – zumindest keine offizielle. Depression und insbesondere Suizid werden tabuisiert und totgeschwiegen. Und das, obwohl Suizid zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland gehört.

Pro Jahr begehen in Deutschland über 10 000 Menschen Suizid. Der Umstand, nicht dem cis-geschlechtlichen und/oder heterosexuellen Standard zu entsprechen, kann dabei noch einen schürenden Einfluss auf die Suizidgefahr eines Menschen haben.

AUFLEBEN engagiert sich für die Aufklärung und Sichtbarkeit von Asexualität und anderen dem a*sexuellen Spektrum zugehörigen Identitäten sowie Depressionen bzw. Suizidalität. Denn:

Je mehr etwas totgeschwiegen wird, umso weniger Mut haben Betroffene, darüber zu sprechen.

Euer Christoph.